Feuerwehr Bitburg

16.11.2016 - Bei der Feuerwehr brennt’s: Bitburger Wache ist zu klein, zu alt und hat Mängel beim Brandschutz

(Bitburg) Die Stimmung unter den 60 ehrenamtlichen Feuerwehrmännern der Stadt Bitburg ist nicht gut: Denn die 35 Jahre alte Feuerwache platzt aus allen Nähten, muss dringend saniert und erweitert werden. Außerdem ist der Brandschutz der Wache mangelhaft. Beim Technischen Hilfswerk (THW) sieht es nicht besser aus.

Wer Wehrleiter Manfred Burbach kennt, der merkt schnell, dass es ernst wird, wenn er mal ein paar Minuten keinen witzigen Spruch raushaut. Richtig unlustig wird es, wenn man sich mit Burbach über die Feuerwache der Stadt Bitburg unterhält. Dort kümmern sich Burbach und zwei weitere Angestellte der Stadt jeden Tag um die Ausrüstung der 70 Feuerwehrleute und stellen damit die Einsatzbereitschaft des Löschzuges Stadtmitte sicher. „Die Stimmung unter den Feuerwehrleuten ist aus verschiedenen Gründen nicht gut“, sagt Burbach.

Die Platzprobleme und der Sanierungsstau auf der 35 Jahre alten Feuerwache (der TV berichtete) in der Mötscher Straße lösen sich nicht von selbst. „Hier vermodert Steuergeld auf dem Hof, weil wir keinen Platz in den Hallen haben, um Ausrüstung ordentlich unterzustellen“, sagt Burbach. Die Mängelliste zur Feuerwache, die er aufzählt, ist ellenlang: „Die Tore der Fahrzeughalle haben Funktionsstörungen, Ersatzteile gibt es nicht mehr. Die Tore sind außerdem zu schmal bemessen“, sagt Burbach. Zudem fehle die räumliche Kapazität, um den gesamten Fuhrpark unterzustellen. In der Wache sei außerdem nicht ausreichend Platz dafür, verschmutzte von gereinigter und einsatzbereiter Ausrüstung zu trennen, so wie es der Gesetzgeber fordere, sagt Burbach. Zudem seien die Umkleidekabinen zu klein.

Dieselabgase in der Umkleide
Wie Experten für Arbeitsschutz bei einer Begehung der Feuerwache bereits vor über zwei Jahren beanstandet haben, steht auch die Gesundheit der Feuerwehrleute auf dem Spiel: Die Gutachter stellten erhebliche Mängel beim Brandschutz sowie einen unzureichenden Schutz der Feuerwehrleute vor den Dieselabgasen der Fahrzeuge fest. Burbach: „Die Abgase ziehen aus der Fahrzeughalle in die etwas tiefer gelegene Umkleidehalle. Krebserregende Abgase setzen sich in der Kleidung fest.“

THW mit im Boot
Das Thema Feuerwache schwelt nun schon mehrere Jahre und flammt hier und dort wieder auf. Jetzt will die Stadt Fakten schaffen. Doch in ein Gebäude, das eh in die Jahre gekommen ist und zu wenig Platz für Mannschaft und Ausrüstung bietet, noch 120?000 Euro für Brandschutzmaßnahmen zu stecken und Umkleidehallen anzubauen, macht das Sinn? Mit dieser Frage beschäftigten sich ansatzweise auch schon die Mitglieder des Haupt- und Bauausschusses auf ihrer letzten gemeinsamen Sitzung. „Wir überlegen deshalb den Neubau eines Katastrophenschutzzentrums für die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk (THW)“, sagt Bürgermeister Joachim Kandels. Wer jetzt meint, diese Sache komme ihm bekannt vor, der liegt richtig: Denn genau diese Idee scheiterte 2013. Damals hatte der Bauausschuss dem Vorhaben, am Standort in der Mötscher Straße ein Katastrophenschutzzentrum zu bauen, eine Absage erteilt. Begründet wurde dies damit, dass ein gemeinsamer Stützpunkt von Feuerwehr und THW für das Wohnumfeld zu erhöhten Lärmbelästigungen führen könne (der TV berichtete). Doch auch aus den Plänen des THW, einen neuen Stützpunkt Auf Merlick zu errichten, wurde nichts. So planen THW und Stadt nun wieder gemeinsam.

Doch wo kann man ein neues Katastrophenschutzzentrum hinstellen, wenn der alte Standort der Feuerwache, wie Lärmgutachten belegen, nicht in Frage kommt? Wenn man mit einem Neubau auf der grünen Wiese in Schwierigkeiten geraten könnte? Denn die Feuerwehrverordnung des Landes sagt: „Die Gemeindefeuerwehr ist so aufzustellen, dass sie in der Regel zu jeder Zeit und an jedem an einer öffentlichen Straße gelegenen Ort ihres Zuständigkeitsbereichs innerhalb von acht Minuten nach der Alarmierung (Einsatzgrundzeit) wirksame Hilfe einleiten kann.“ Doch mitten in Bitburg ein freies Grundstück ausreichender Größe zu finden, auf dem man mal gerade eben ein Katastrophenschutzzentrum hochziehen kann, das wird schwierig. Kandels: „Wir wollen das aber jetzt angehen. Es ist Handlungsbedarf.“

Auch das THW ist entschlossen: „Wir werden in diesem Jahr eine Lösung suchen und finden“, sagt Markus Haier, Geschäftsführer der THW-Geschäftsstelle Trier. Doch was würde den Steuerzahler ein neues Katastrophenschutzzentrum kosten? 1,5 Millionen Euro? 4,5 Millionen Euro? Durch die gemeinsame Sitzung des Bau- und Hauptausschusses geisterten mehrere Zahlen. Fest steht wohl noch keine. Der mögliche Neubau eines Katastrophenschutzzentrums soll am 23. November im Hauptausschuss und am 24. November auf der Stadtratssitzung diskutiert werden.

Quelle: www.volksfreund.de