Feuerwehr Bitburg

24.06.2017 - Großeinsatz wegen Gefahrstoff-LKW in der Eifelgemeinde Bleialf: keine Gefahr

(Bleialf) Eine Flüssigkeit, die aus einem beladenen Gefahrguttransporter in Bleialf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) tropfte, hat am Samstag einen Großeinsatz von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, DRK und Polizei ausgelöst. Am Abend konnte Entwarnung gegeben werden. (Update IV)

Update Sonntag, 7:44 Uhr: Die Polizei Prüm teilte in der Nacht mit, dass es sich bei der Einheit der Berufsfeuerwehr Köln um eine  „Analytische Task Force (ATF)“ handele. Deren Einsatzkräfte seien in der Erkennung und Bekämpfung von biologischen, chemischen und radiologischer Gefahren ausgebildet. Die Experten hatten nach laut Polizei umfangreichen und äußerst aufwendigen Überprüfungen und Messungen am Abend Entwarnung gegeben: Von dem Gefahrgut-Transporter, der mit orangefarbenen Warntafeln gekennzeichnet ist, gingen entgegen ersten Annahmen keine Gefahren aus. Es habe keine Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung bestanden. Anhand der Gefahrgutkennung sei zunächst eine eindeutige Zuordnung des Ladegutes nicht möglich gewesen. Überprüfungen der Feuerwehr vor Ort hatten ergaben, dass sich aus den festgestellten Stoffen eine giftige Verbindung bilden könnte. Daher wurde der Bereich abgesperrt. Evakuierte Bewohner und Nutzer des benachbarten Campingplatzes konnten wieder zurückkehren. Laut neuesten Infos der Polizei waren 180 Einsatzkräfte in Bleialf. (mc/red)

Update 22:38 Uhr: Wie der Leiter der Polizeiinspektion Prüm, Christoph Cremer, am späten Samstagabend auf TV-Nachfrage mitteilte, sei der Einsatz kurz vor 21 Uhr abgeschlossen worden. Experten der Berufsfeuerwehr Köln hätten nach ausführlichen Untersuchungen keine Gefahr für die Bevölkerung festgestellt. Am Einsatz waren rund 150 Mitglieder verschiedener Wehren, des THW, DRK und der Polizei beteiligt. So sei auch der Gefahrstoffzug aus dem Kreis Euskirchen in Bleialf gewesen. (mc)

Update 16:55 Uhr Ursache für den Großeinsatz ist nach Angaben der Feuerwehr eine ölige Flüssigkeit, die aus der Ladung eines im Ort geparkten Sattelschleppers einer Eifeler Spedition  ausgelaufen ist. Der in Bleialf wohnende Fahrer hatte sein Gefährt am Freitag in der Straße „im Brühl“, gegenüber der Realschule plus, abgestellt, um am Montag die Reise zu einer Verbrennungsanlage im Ruhrgebiet fortzusetzen. Die Ladung des Sattelschleppers, abgeholt bei einem Entsorgungsunternehmen in Saarlouis: 21,8 Tonnen Umverpackungen, in denen industrielle Produkte transportiert werden. Laut Ladepapieren hat der LKW bis zu 150 unterschiedliche Stoffe auf dem Anhänger.

Am Samstagmorgen entdeckte der Betreiber eines anliegenden Campingplatzes dann die auslaufende Flüssigkeit und alarmierte die Rettungskräfte. Nach deren Angaben enthalte die aufgefangene Menge, etwa vier Liter, chlorierten Kohlenwasserstoff - und das könne unter Umständen das Atemgift Phosgen erzeugen.

Aus diesem Grund haben die Einsatzkräfte das Gebiet rund um den Sattelzug in einem Radius von 100 Metern evakuiert, betroffen sind davon vor allem die Nutzer des Campinglatzes und eines angrenzenden Jugendcamps. Sie werden in der Turnhalle der Grundschule vom DRK verpflegt. 

Rund 150 Kräfte sind in der Eifelgemeinde derzeit aktiv, zudem erwarte man eine Spezialeinheit der Berufsfeuerwehr Köln, sagt Manfred Schuler von der Einsatzleitung. Auch Uwe Hoppe, Fachberater Chemie des Kreises, und Jürgen Larisch, der Kreisfeuerwehrinspekteur, sind in Bleialf. Larisch rechtfertigt die umfangreichen Schutzvorkehrungen: Es könne zwar sein, dass sich am Ende alles als nicht so gravierend herausstelle – „aber wir müssen in einer solchen Situation von der größtmöglichen Gefahrenlage ausgehen“.
 
Mittlerweile ebenfalls eingetroffen neben Ortsbürgermeisterin Edith Baur sind Landrat Joachim Streit und Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Nach Angaben von Manfred Schuler ist das Ende des Einsatzes zurzeit „nicht absehbar“.  

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Erstmeldung 14:30 Uhr: Neben den Feuerwehren sind ersten Informationen zufolge auch Technisches Hilfswerk, DRK und Polizei im Einsatz. Möglicherweise wird der Campingplatz evakuiert. Weitere Infos folgen.

Quelle: www.volksfreund.de