Feuerwehr Bitburg

17.08.2017 - Leckt da eine Gasleitung? - Stadt Bitburg schlägt Alarm

(Bitburg) Mehr als 30 Feuerwehrleute aus ganz Bitburg sind am Donnerstagmittag Richtung Krankenhaus ausgerückt. Schuld daran waren ein Kurzschluss und eine sogenannte Erdrakete.

Das Heulen der Sirenen frisst alle anderen Geräusche. Mit blinkendem Blaulicht brettern Feuerwehrautos durch die Stadt. Sie kommen aus dem Zentrum, aus Matzen, Erdorf, Stahl, Masholder, Mötsch und Irsch. Einen Vollalarm nennt Wehrführer Manfred Burbach das. Ziel der Einsatzkräfte: die Straße „Im Plattenpesch“ direkt gegenüber dem Krankenhaus. 
 
Als die Feuerwehrleute dort ankommen, lodern Flammen aus dem Boden. Und dann ist da noch dieses Zischen. Und ein Zischen, das weiß man bei der Löschtruppe, bedeutet selten etwas Gutes. In diesem Fall könnte es auf eine leckende Gasleitung hindeuten.

Doch bevor die Rettungskräfte das prüfen können, müssen sie erst mal den Brand löschen. Das Feuer kommt aus einer brennenden Stromleitung. Offenbar wurde das Kabel bei Bauarbeiten beschädigt. Mit 30 Einsatzkräften ist der Brand schnell gelöscht, aber das Zischen macht der Feuerwehr Sorgen. Denn bei austretendem Gas besteht Explosionsgefahr.

Bevor sie in der Grube nachsehen können, müssen sie warten, bis Strom und Gas abgestellt sind. Damit in der Zwischenzeit niemandem etwas passiert, entscheiden sie, die potenzielle Gefahrenzone zu evakuieren.

Im Plattenpesch herrscht Ausnahmezustand. Inzwischen ist auch der Rettungsdienst da. Feuerwehrleute rufen Kommandos in Funkgeräte, fordern Verstärkung an. Polizisten laufen von Tür zu Tür. Sie klingeln, bitten die Bewohner, ihre Häuser zu verlassen. Die beiden Zufahrten zur Straße werden gesperrt, Passanten weggeschickt.

Und Passanten gibt es eine ganze Menge – vor allem Schüler. Vor wenigen Minuten wurde in der Otto-Hahn-Realschule und im St.-Willibrord-Gymnasium der Gong geschlagen. Die Schüler laufen nach Hause. Viele kommen gegen 13 Uhr am Plattenpesch vorbei. „Es ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt“, sagt ein Feuerwehrmann im Vorbeigehen.

Einige Minuten später ist der Ausnahmezustand vorbei. Nicht mal eine Stunde hat er angehalten. Wie sich herausstellt, ist die Gasleitung intakt. Alle dürfen zurück in ihre Häuser. Feuerwehr, Polizei, THW und Rettungsdienst treten um 13.35 Uhr den Rückzug an. 

Bernhard Zender erklärt, wie es zu der Aufregung kam. Er ist der Besitzer der Firma, die am Donnerstagmittag im Plattenpesch arbeitete: „Meine Mitarbeiter wollten einen Gasanschluss zum Haus legen.“ Dazu hätten sie mit einer Erdrakete unter Rohren hindurch in den Boden gemusst (siehe Info). Und genau da habe leider eine Stromleitung gelegen. „Dann hat es geknallt und fing an, zu brennen“, sagt er. Vermutlich durch einen Kurzschluss.
 
Er habe sofort, als seine Mitarbeiter ihn informierten, bei RWE angerufen, erzählt er. „Die haben dann die Leitung abgeschaltet.“ Seine Mitarbeiter müssten diese jetzt freilegen, damit die Leute vom RWE sie reparieren könnten. Für das Zischen, das die Aufregung ausgelöst hatte, hat Zender eine simple Erklärung: „Das war wahrscheinlich einfach die Druckluft von der Erdrakete."
 
Quelle: www.volksfreund.de