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09.01.2019 - Polizei findet vermissten Mann in Bitburg

Bitburg. Ein 86 Jahre alter Mann verlässt um 2 Uhr nachts sein Haus in Bitburg. Die ganze Nacht und den folgenden Mittag suchen Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot nach dem Vermissten. Und finden ihn schließlich lebend.

Als eine Bitburgerin um zwei Uhr nachts aufwacht, ist ihr Mann nicht mehr da. Nur in Schlafanzug und Hausschuhen hat der 86-Jährige die Wohnung des Paares in der Nordstadt verlassen. Drei Grad zeigt das Thermometer zu dieser Zeit. Mit dem Anruf der Frau bei der Polizei  beginnt eine großangelegte Suche, die bis in den Mittwochnachmittag dauern wird.

Nachts durchsuchen Einsatzkräfte den Waisenhauspark und die Umgebung der Kölner Straße. Ein Hubschrauber kreist über dem Norden der Stadt, eine Drohne schwebt durch die Gassen. „Er kann nicht kilometerweit gelaufen sein“, sagt Christian Hamm, Leiter der Inspektion Bitburg am frühen Morgen. Immerhin hatten die Spürhunde die Fährte des Mannes in der Nähe aufgenommen, nicht weit von der Wohnung des Ehepaars entfernt.Auch im nahen Königswäldchen ist eine Hundestaffel unterwegs. Per Lautsprecher erbitten die Sucher Hilfe der Bürger. Trotzdem werden die Rettungskräfte nicht fündig.  Auch auf dem Videomaterial, das die Überwachungskamera der Tankstelle in der Kölner Straße aufgezeichnet hat, ist der 86-Jährige nicht zu sehen.

Also weiten die Einsatzkräfte die Suche aus. Hilfe bekommt die Polizei seit 2 Uhr vom städtischen Ordnungsamt, von der Bitburger Feuerwehr und Löschtruppen aus dem Umland sowie vom Roten Kreuz und dem Technischen Hilfswerk. Sogar aus Luxemburg rücken Suchtrupps an. Mehr als 50 Rettungskräfte sind nachts, morgens und mittags in und um die Stadt unterwegs. Der Hubschrauber der Landespolizei zieht gegen 9 Uhr wieder Kreise. Streifen suchen umliegende Häuser und Straßenzüge ab. Freunde, Verwandte und Bekannte des Mannes werden angerufen und Plätze abgefahren, die dem 86-Jährigen etwas bedeuten: etwa das Stadion, das Elternhaus, der Friedhof. Über Twitter hält die Polizei die Öffentlichkeit auf dem Laufenden. Doch der entscheidende Hinweis geht nicht ein.

Und die Zeit rennt. „Bei dieser Witterung kann es für den 86-Jährigen  sehr gefährlich werden“, sagt Polizeichef Hamm um 9.30 Uhr: „zumindest dann, wenn er sich seit Stunden nur draußen aufhält.“ Außerdem geht Hamm davon aus, dass der Mann sich „in einem Zustand der Verwirrung befindet“.  Ansonsten hätte er wohl nicht mitten in der Nacht das Haus verlassen, mutmaßt der Dienststellenleiter. Am Vormittag bleibt Hamm trotzdem „guter Hoffnung, dass er gefunden wird“. Um 12 Uhr ist der Mann zehn Stunden verschwunden. Neue Hinweise gibt es zu diesem Zeitpunkt keine. Den Rettungskräften bleibt also nichts anderes übrig, als die komplette Stadt nochmal zu durchkämmen. „Wir weiten den Radius aus“, sagt Polizeichef Hamm.

Die Suchtrupps unterteilen die Stadt in Sektoren und laufen sie dann in Gruppen „Straßenzug um Straßenzug“ ab. Dabei kommen sie auch wieder am Bitburger Stadion am Ostring vorbei. Zu diesem Sportplatz und dem FC Bitburg hat der Mann einen besonderen Bezug. Das wissen die Rettungskräfte und schauen sich deshalb sorgfältig um. Nahe des Fußballplatzes verlaufen Eisenbahnschienen. Sie wurden vor Jahren stillgelegt. Es ist lange her, dass hier Züge durchgefahren sind. Vielleicht hat sich der 86-Jährige daran erinnert, vielleicht wollte er auch nur zum Sportplatz gehen. Bis dahin aber kommt er nicht. Stattdessen finden die Retter ihn um 12.20 Uhr im Gleisbett liegend. „Bis er dort ankam, muss er lange unterwegs gewesen sein “, sagt Polizeichef Hamm. Noch Minuten zuvor sei er an diesem Ort nicht gewesen, habe eine Zeugin zu Protokoll gegeben. Was auch erklärt, warum der 86-Jährige so „stark unterkühlt“ ist. „Er ist zwar bei Bewusstsein, aber nicht ansprechbar“, sagt Hamm. Nachdem Notärzte ihn versorgen, wird er ins Bitburger Krankenhaus gebracht. „Wir hoffen, dass alles gut geht“, sagt Hamm, der bis zuletzt gehofft habe, den Mann lebend zu finden: „Deswegen haben wir seit heute Nacht nicht nachgegeben, immer weiter gesucht.“ Das Durchhalten und die gute Zusammenarbeit der Rettungskräfte hätten sich nun bezahlt gemacht.

Quelle: www.volksfreund.de