Feuerwehr Bitburg

Kleine und große Unglücke

(Bitburg) Brände, Verkehrsunfälle, Selbstmorde: Rund 225 Mal ist die freiwillige Feuerwehr vergangenes Jahr bislang ausgerückt. Wehrleiter Manfred Burbach spricht darüber, was seine Männer leisten und wie sie ihre Erlebnisse verarbeiten.

Bitburg. Immer mehr Notfalltüröffnungen, extremere Unwetter und immer mehr Bürokratie - resümiert der Wehrleiter der freiwilligen Feuerwehr Bitburg, Manfred Burbach das Jahr 2014.
Insgesamt wurden die ehrenamtlichen Helfer rund 225 Mal gerufen: 26 Mal um bei alleinstehenden Menschen nach dem Rechten zu sehen, 51 Mal wegen Bränden, drei Mal wegen eines Selbstmordes, und bei Verkehrsunfällen. 27 Mal sind sie wegen Fehlalarm umsonst ausgerückt.

Tendenziell war es eher ein ruhiges Jahr, bilanziert der Wehrleiter. Rund zehn Schwerverletzte gab es bei Verkehrsunfällen. Für Manfred Burbach war der Unfall im Ostring, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen, das Schlimmste: "Ich habe beide gekannt." Wie verarbeiten Feuerwehrleute tragische oder traumatische Erlebnisse? "Wir regeln das erstmal intern, das hat sich bewährt", erzählt der 42-Jährige. "Erstmal wird über den Einsatz gesprochen. Das hilft schon viel."

Auch die Partner der Einsatzkräfte werden mit einbezogen: "Die merken am ehesten, wenn der Kollege sich verändert", sagt Burbach. Ob er nicht mehr schläft, sich zurück zieht, anfängt zu trinken oder auf einmal raucht - das alles könne der Partner am besten beurteilen. Da die Retter freiwillig arbeiten, ist es an manchen Tagen schwierig, die Brandsicherung zu gewährleisten: "Heiligabend haben wir immer viele Leute, an Silvester gar keinen. Wenn um zwölf alle feiern, ist das ne Zufallsnummer, wenn was passiert: Man weiß nie, wer kommt und wie viele." Irgendwann müsse man dazu übergehen, den Leuten Geld zu zahlen, , sagt der Wehrleiter.

Was Burbach ärgert, ist "dummes Gerede". Den Bürgern sei oft nicht bewusst, wie viel Zeit und Geld Feuerwehrleute in ihr Ehrenamt stecken. Es gebe Leute, die 400 bis 500 Stunden im Jahr arbeiten. "Und die können ja noch nicht mal ihre Sprit-Kosten beim Finanzamt absetzen", erklärt er. Deshalb wird er wütend, wenn Bürger sich beschweren, wenn mal einer seiner Leute privat ein Fahrzeug nutzt, um etwas zu transportieren. "Wie soll ich denn sonst jemanden motivieren?", fragt er, "das ist ja alles freiwillig".

Quelle: www.volksfreund.de