Feuerwehr Bitburg

11.06.2018 - 54-Jähriger auf B 51 bei Röhl von LKW erfasst und tödlich verletzt

Röhl. Beim Versuch, die B 51 bei Röhl zu überqueren, ist am Montagnachmittag kurz vor 15 Uhr ein 54-Jähriger von einem Sattelzug erfasst worden. Der Mann aus dem Eifelkreis starb nach Polizeiangaben noch an der Unfallstelle.

Nach Angaben der Polizeiinspektion Bitburg, hatte kurz vor 15 Uhr ein 54-jähriger Mann aus dem Eifelkreis sein Auto an der Abfahrt Scharfbillig am Fahrbahnrand geparkt und aus bisher unbekanntem Grund zu Fuß die Fahrbahn der B 51 überquert. Dabei wurde er von einem in Richtung Bitburg fahrenden 40-Tonner-Sattelzug erfasst. Der Mann zog sich nach Angaben von Christian Hamm, Chef der Polizeiinspektion Bitburg, dabei so schwere Verletzungen zu, dass er noch an der Unfallstelle starb. Alle Versuche des Notarztes und Rettungsteam, den Schwerverletzten zu reanimieren, blieben erfolglos. Der LKW-Fahrer erlitt einen Schock.

Die genaue Unfallursache und warum der Mann versuchte, die Bundesstraße zu überqueren, muss nun ein Gutachter ermitteln. Der Verkehr auf der B 51 kam durch die Rettungsmaßnahmen komplett in beide Richtungen zum Erliegen. Nach Angaben von Christian Hamm konnte gegen 15.30 Uhr eine Umleitung aus Richtung Trier über Helenenberg nach Bitburg und von Bitburg aus nach Trier über Irrel eingerichtet werden. Die B 51 blieb bis ca. 17.30 Uhr voll gesperrt und ist seitdem wieder frei befahrbar.

Im Einsatz waren ein Notarzt, das DRK Bitburg, die Feuerwehr Bitburg und die Polizei Bitburg.

Quelle: www.volksfreund.de

10.06.2018 - Eifel: Erneute Unwetter in der Nacht auf Montag

Ehlenz/Niederweiler/Oberweiler/Kyllburg . Land unter: In der Nacht auf Montag sind erneut heftige Unwetter über die Eifel gezogen. Besonders stark hat es die Orte Ehlenz, Niederweiler und Oberweiler in der VG Bitburger Land getroffen. In Kyllburg wurden Menschen evakuiert.

Die Eifel kommt nicht zur Ruhe: Blieb es tagsüber am Sonntag nach den schweren Unwettern vom Samstagabend ruhig, kam am Abend der Regen zurück. Josef Junk, Bürgermeister der VG Bitburger Land, meldete am Sonntagbend: „Land unter in Ehlenz, Niederweiler, Oberweiler.“ Die Lage sei „unvorstellbar!“, so der VG-Chef weiter. Der Wasserpegel der Nims stieg stark an, die Feuerwehr legte mehr als 500 Sandsäcke aus, um das Wasser zu stoppen. Ein Mensch wurde leicht verletzt von Feuerwehrleuten aus den Flutwellen gerettet.

Spezialisten des Technischen Hilfswerks (THW) aus Koblenz und Trier überwachen seit Sonntagmittag die Bewegung des absturzgefährdeten Kanalbauwerkes in Kyllburg. Nach dem Unwetter vom Samstagabend hat der Korlesbach im Bereich der Anliegerstraße „Am Steineberg“ ein Riesenloch in die Landschaft gegraben. Tonnenschwere Kanalrohre drohen den Abhang hinab zu stürzen. Pascal Schreiner vom THW Koblenz ist mit einer Mannschaft und dem sogenannten Einsatzstellensicherungssystem am Sonntagnachmittag in Kyllburg eingetroffen. „Wir messen lasergesteuert und über Prismasysteme jede Bewegung im Hang und am Kanalrohr. Im Fall von kritischen Bewegungen geben wir diese Daten an unseren Baufachberater vom THW Trier weiter“, erklärt Schreiner. Im Bereich eines Zehntelmillimeter können hier Bewegungen festgestellt werden.„Auf der Basis der gemessenen Daten beurteile ich die Situation und berate die Einsatzleitung“, schildert Markus Thieltges das weitere Vorgehen. Mehrere Anwohner wurden schließlich wegen des drohenden Felssturzes evakuiert.

Quelle: www.volksfreund.de

02.06.2018 - Kein Wasser in Bitburg: Eine Stadt sitzt am Samstag auf dem Trockenen

Bitburg. Wegen eines Rohrbruchs war die Wasserversorgung in Bitburg am Samstag unterbrochen. Erst um 18 Uhr war die Durststrecke überwunden.

Es tröpfelt. Ein bisschen was kommt noch aus dem Hahn. Dann ist Schluss. Keine Dusche, keine Wäsche waschen und putzen fällt auch flach. In Bitburg gibt es kein Wasser. So sieht es aus am Samstag in Bitburg. Genauer gesagt: Seit etwa 1.30 Uhr in der Nacht auf Samstag. Aber da haben viele noch geschlafen. Wie sich später herausstellt sind wegen eines Rohrbruchs im Bereich Bitburg-Stahl kubikmeterweise des kostbaren Nass ins Erdreich versickert.

"Wir wurden in der Nacht alarmiert, weil die Hochbehälter leer laufen“, sagt Stadtwerke-Chef Bernd Goeblet. Und von da an beginnt die Suche nach der undichten Stelle. 14 Mann sind allein von den Stadtwerken im Einsatz. Einziger Stadtteil, der nicht betroffen ist: Erdorf. „Die beziehen ihr Wasser aus Badem“, erklärt der Werke-Chef. Den knapp 14 000 Bitburger in der Kernstadt und den übrigen Stadtteilen hilft das nichts.

Bei den Stadtwerken klingeln die Telefone in einem fort. Ein Krisenstab wird eingerichtet. „400 Anrufe waren bis zum frühen Morgen aufgelaufen“, sagt der Werksleiter. Gemeinsam mit dem städtischen Beigeordneten Josef Heuzeroth und Wehrleiter Manfred Burbach stellt er zunächst sicher, dass Krankenhaus, Altenheime und die häusliche Krankenpflege informiert werden und bei Bedarf mit Wasser beliefert wird. „Die brauchen das ja. Zur Pflege, bei Operationen, zur Essenszubereitung“, sagt Goeblet. Immerhin: Das Krankenhaus hat genug eigene Reserven, um seine Wasserversorgung bis 15 Uhr zu gewährleisten. Aber dann? „Wir haben Tanklastzüge von der Arla in Pronsfeld angefordert“, sagt Heuzeroth. Die hätten den Ernst der Lage gleich erkannt und die Bitburger sofort unterstützt. Zudem werden sieben Tanklöschzüge der Feuerwehren aus Bitburg und den Stadtteilen, Speicher, Kyllburg, Newel, Prüm, Landscheid und Neuerburg alarmiert. Sie eilen überall dorthin, wo dringend Wasser gebraucht wird.

Etwa in der Bitburger Fußgängerzone im Metzgerei-Betrieb Ewen. „Ich hatte gerade alles mit Desinfektionsmittel eingesprüht, dann kam kein Wasser mehr“, sagt Inhaber Guido Klassen. Die Feuerwehr verlegt Schläuche und pumpt, damit es in dem Betrieb weitergeht. In Cafés und Gasthäusern behilft man sich mit Wasserkanistern. Friseursalons schließen teils früher. Auch das Erlebnisbad Cascade macht um 13 Uhr dicht. „Wir haben ab 11 Uhr schon niemanden mehr reingelassen. Es ist zwar genug Wasser in den Schwimmbecken, aber ohne Dusche, Toiletten. Es geht einfach nicht“, sagt Bad-Chefin Elfriede Grewe. Eine Erfahrung, die am Samstag wohl jeder in Bitburg macht: Es geht so einiges nicht ohne Wasser.

Gegen Mittag informiert die Feuerwehr die Bevölkerung per Lautsprecherdurchsagen: „Achtung, Achtung: Eine Durchsage der Feuerwehr. Die Trinkwasserversorgung in der Stadt Bitburg ist wegen eines Rohrbruchs gestört. In drinkenden Notfällen informieren Sie die Feuerwehr.“ Zudem haben Rot-Kreuz-Mitarbeiter an acht Stellen in der Kernstadt und den Stadtteilen Position bezogen und verteilen Wasserflaschen.

Parallel läuft die Suche nach der Schadensstelle. Im Nachmittag dann eine erste Vermutung: Es könnte ein Rohrbruch im Bereich des Stadtteils Stahl sein. „Die liegen tief, tiefer als die Kernstadt. Wir haben das verfolgt, wo die ersten Schadensmeldungen herkommen, wo noch länger Wasser war“, sagt Goeblet. Auf Tisch ein Stadtplan. Bereiche eingekringelt. Das Netz im Blick. Für die Suche nach der Schadensstelle werden alle Bereiche vom Netz genommen. Und sollte der Rohrbruch lokalisiert und repariert sein, wird es dennoch mit einer Entwarnung dauern, wie Goeblet erklärt: „Wir können die abgesperrten Teilbereiche dann erst wieder langsam und Stück für Stück in Betrieb nehmen. Wir dürfen keine zu großen Druckstöße riskieren, dann bestünde die Gefahr, dass weitere Rohre brechen. Solche Folgeschäden wegen zu hohen Wasserdrucks müssen wir vermeiden.“

2500 bis 3000 Kubikmeter Wasser werden nach Schätzung des Werkleiters pro Tag in Bitburg im Schnitt verbraucht. 2000 Kubikmeter Wasser passen in jeden der beiden Hochbehälter im Königswäldchen. Hätte es nicht reichen können? „Durch das Leck haben wir etwa 300 Kubikmeter pro Stunde verloren“, sagt Goeblet. Entwarnung gibt es zunächst nicht. Dafür weitere Durchsagen, wo Trinkwasser ausgeteilt wird.

 

Update: Am späten Nachmittag dann die erlösende Nachricht: Ab 18 Uhr werde die Wasserversorgung in allen Haushalten wiederhergestellt sein. Das teilte die Stadt mit. Der Rohrbruch konnte im Bereich Stadtmühle, zwischen Innenstadt und Stahl, lokalisiert werden. Die Leitungen würden nach und nach befüllt, wobei alle Abnehmer gebeten werden, auch bei sich zu Hause zunächst noch möglichst sparsam Wasser zu verbrauchen. Josef Heuzeroth, Beigeordneter und Vertreter des Bürgermeisters und Leiter des Krisenstabs, sind die Schrecken und Anstrengungen des Tages ins Gesicht geschrieben. Josef Heuzeroth: „Wir haben heute viel Glück gehabt und die Notsituation auch dank der reibungslosen Zusammenarbeit aller Kräfte bestens gemeistert. Aber um ein Haar sind wir an einer absoluten Notlage und Katastrophe vorbeigeschlittert, wäre das Leck nicht so schnell entdeckt worden wie heute Nachmittag geschehen.“

Im Einsatz waren rund 20 Beschäftigte von Stadtwerken und Stadtverwaltung, etwa 60 Feuerwehrleute und 25 Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes. Die Wehren aus der Umgebung stellen für Gewerbe- und viehhaltende Betriebe Tankwagen mit Frischwasser zur Verfügung.

Quelle: www.volksfreund.de

Bild: www.volksfreund.de

09.06.2018 - Die Eifel versinkt in den Fluten

Dudeldorf/Badem/Kyllburg/Nimshuscheid. Sintflutartige Regenfälle haben am Samstagabend erneut für katastrophale Zustände gesorgt.  Während es im Prümer Land ruhig blieb, erwischte es das Bitburger Land heftig. In Kyllburg droht gar eine Evakuierung.

Ein Unwetter am Samstag hat die Feuerwehrleute im Eifelkreis Bitburg-Prüm erneut in höchste Alarmbereitschatft versetzt. „Wir sind nicht nur an der Belastungsgrenze, wir sind schon darüber hinaus“, sagt Kreisfeuerwehrinspekteur Jürgen Larisch. Denn die erneuten Regenfälle haben ungeahnte Schäden hinterlassen. So mussten am Samstagabend 900 Helfer ausrücken – Verstärkung gab es aus den Nachbarkreisen, ohne die es nicht gelungen wäre, die Folgen der Katastrophe abzumildern. Helfer von Feuerwehr, THW, DRK, DLRG, Bundeswehr und Polizei aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm waren im Einsatz. Unterstützt wurden sie von Kräften von der Air Base Spangdahlem,  aus Bernkastel-Wittlich, aus Trier-Saarburg und von der Berufsfeuerwehr Trier.

Ein Schwerpunkt lag in Kyllburg. „Es hat nur wenige Minuten gedauert, bis der Korlesbach übergeschwappt war und unseren Garten überflutete. Unmittelbar danach begann das Gelände wegzubrechen. Die Steine donnerten zu Tal. So was haben wir hier noch nicht erlebt“, sagt Marlies Steffens, Anwohnerin in der Straße Am Steineberg. Ihr Garten wurde komplett weggespült, das Gartenhaus mit Geräten steht am Abgrund.

In dem riesigen Krater hängen eine Stromleitung und tonnenschwere Kanalrohre mehr oder weniger in der Luft. Sie drohen abzustürzen. Ein Fachmann vom Landesamt für Geologie und Bergbau war am Sonntag vor Ort und stellte eine konkrete Gefahr fest. Beim nächsten Regen könnte das Gelände weiter abbrechen und die darunter gelegenen Häuser gefährden. „Wir bereiten uns darauf vor, damit es im Ernstfall schnell gehen kann“, sagte Bürgermeister Josef Junk am Sonntagnachmittag  in der Hoffnung, dass dieser Fall nicht eintreten möge.

Vor Ort in der Eifel waren auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Minister Roger Lewentz. Dreyer zeigte sich schockiert vom Ausmaß der Schäden. Der Kyllburger Georg Zahnen richtete deutliche Worte an die politisch Verantwortlichen: „Wir machen seit Jahren auf das Problem aufmerksam. Passiert ist bisher so gut wie nichts. Jetzt haben wir den Salat. Wir Anwohner erwarten jetzt eine tragende Lösung auf Dauer.“

Am Samstagabend waren die Wasser- und Geröllmassen den steilen Abhang hinuntergestürzt und hatten Teile der L 24 und der Bademer Straße in Kyllburg überflutet. Schnell stand auch hier alles unter Wasser. Die braune Brühe drang in die Keller und Wohnungen ein. Fritz Wagner, der  in der Bademer Straße wohnt, sagte: „Unsere neue Haustür ist wunderbar dicht. Die hat das Schlimmste verhindert.“ Feuerwehr und zahllose freiwillige Helfer waren pausenlos im Einsatz.

Wegen der katastrophenartigen Zustände wurde im Eifelkreis um 20.40 Uhr Alarmstufe 4 ausgerufen, die technische Einsatzleitung lag beim Landrat. Unzählige Häuser waren überflutet. Das Telefonnetz fiel in vielen Orten aus oder war überlastet. In Philippsheim war die Trinkwasser-Versorgung unterbrochen.

Schwerpunkt des Unwetters war das Einsatzgebiet rund um Kyllburg, Badem, Gransdorf, Erdorf, Dudeldorf und Spangdahlem. Ins Erdorfer Kylltal, so berichtet Kreisfeuerwehrinspekteur Jürgen Larisch, sei das Wasser aus Badem in Sturzbächen heruntergelaufen. „Erdorf war wie eine Insel abgeschnitten vom Umland“, sagt er. Das Bahngelände war komplett überflutet, viele Häuser vollgelaufen. Auch die Zuggleise bei Erdorf wurden unterspült. Der Zugverkehr auf der Eifelstrecke wurde daraufhin komplett eingestellt.

Das Wasser sei überall rasant gestiegen, berichtet Larisch. So habe es beispielsweise innerhalb weniger Minuten 20 bis 30 Zentimeter hoch in Speicher auf dem Marktplatz gestanden. Der Ort sei aber weitgehend von Schäden verschont geblieben.

Sturzfluten mit großen Ästen und schweren Steinen bedeckten Bundes- und Landesstraßen und machten diese unpassierbar. Viele Straßen wurden durch die Feuerwehren, Polizei und den LBM komplett gesperrt. Die A 60 zwischen den Anschlussstellen Spangdahlem und  Badem wurde komplett überschwemmt, der Verkehr lag dort  lahm.  Der Bahntunnel bei Wilsecker, der schon beim Unwetter vor einer Woche verschüttet worden war (der TV berichtete mehrfach), wurde erneut verwüstet. „Die unten an der Kyll gelegene Wanderbrücke ist wohl kurz vorm Einstürzen“, berichtet TV-Leser Manfred Stoos am Sonntag.

Im Bitburger Stadtgebiet selbst gab es nur kleinere Probleme, zum Beispiel in der Nansenstraße, wie Kreisfeuerwehrinspekteur Jürgen Larisch berichtet. Am stärksten betroffen von den Bitburger Stadtteilen war Matzen, wo es zahlreiche vollgelaufene Keller gab. Erstaunlich ruhig verlief der Abend im Nordkreis: Hier gab es laut Feuerwehr nur einen umgestürzten Baum auf der L 5 zwischen Nimshuscheid und Seffern sowie einen vollgelaufenen Keller in Weinsheim.

Um 0.45 Uhr wurde die Alarmstufe 4 schließlich aufgehoben und die Einsatzleitung zurück an die Verbandsgemeinden übertragen. Deweil hoffen alle, dass trotz  neuerlicher Unwetterwarnungen alles ruhig bleibt.

Quelle: www.volksfreund.de

01.06.2018 - Blitze, Donner, Wassermassen

Bitburg/Prüm. Mehr als 1000 Einsatzkräfte haben im gesamten Eifelkreis gegen die Folgen der starken Regenfälle gekämpft. Zwei Züge sind entgleist und zahlreiche Häuser komplett überschwemmt worden. Die Feuerwehr hat mehrere Menschen gerettet.

Das Unwetter vom frühen Freitagmorgen hat die Eifel schwer getroffen: Im nahezu gesamten Eifelkreis Bitburg-Prüm waren die Retter seit etwa zwei Uhr im Einsatz. Die Kreisverwaltung rief angesichts der „großen Schäden“ in allen Verbandsgemeinden bis auf Speicher den Katastrophenfall aus. „Eine solche Situation hatten wir noch nie“, sagte Kreisfeuerwehrinspekteur Jürgen Larisch.

In Bitburg-Erdorf und in Wilsecker, so Werner Konrad vom Technischen Hilfswerk (THW) in Bitburg, seien zwei Züge entgleist. Regen und Flüsse hatten Geröll auf die Schienen gespült. Die THW-Leute waren, nachdem sie zunächst im Raum Bitburg zu mehreren Einsätzen mussten, mit rund zwölf Helfern und drei Fahrzeugen nach Prüm gekommen, um dort Unterstützung zu leisten. In einigen Orten ging es dramatisch zu: Etliche Bäche und Flüsse verwandelten sich minutenschnell in reißende Ströme und überschwemmten ganze Landschaften. „Wasser von oben bis unten, einmal quer durch die Verbandsgemeinde“, sagte Alexander Thiel, der Wehrleiter der VG Prüm. Zum Beispiel in Pronsfeld: Dort retteten die Wehrleute aus Hillesheim und Prüm am Morgen vier Menschen aus einem Haus, das in der Habscheider Straße unter Wasser stand. „Alles gut, kein Problem“, sagte Jürgen Mathar, Zugführer der Hillesheimer Wehr, die den Kameraden in der VG Prüm zu Hilfe geeilt war. „Die Leute haben sich bedankt und applaudiert.“

Michael Müller konnte sich aus seiner Wohnung im Erdgeschoss selbst befreien: Alles sei unheimlich schnell gegangen, sagt er. „Ich hab das Wasser kommen sehen, da war die Hälfte der Wiese schon überflutet.“ Kurz darauf stand er bis zum Bauch im Wasser. Ortsbürgermeister Harald Urfels blickte bestürzt auf die Situation in seinem Dorf: „Mit einem Wort zusammengefasst: Scheiße. Mir tun die Anwohner unheimlich leid.“ Jetzt müsse man schauen, wie man ihnen helfen könne. Auch in Prüm mussten Bürger aus ihren Häusern befreit werden.

In Pittenbach, sagte Mario Kolf von der örtlichen Feuerwehr, habe der Blitz in ein Stalldach eingeschlagen. „Da ist jetzt ein Loch drin.“ Die Hauptstraße war zeitweise überflutet, das Wasser lief in Keller, Garagen und Wohnungen. Bürger und Einsatzkräfte versuchten, der Fluten mit Sandsäcken Herr zu werden.

Auch in Biersdorf gab es Überschwemmungen und am Stausee muss in den kommenden Tagen vermehrt Wasser abgelassen werden. Gefahr besteht laut Larisch jedoch nicht. Der Staudamm des Sees sei sowohl von einem Baufachberater des THW als auch vom Betreiber, dem Zweckverband, geprüft worden. Alle Ortschaften, die unterhalb des Stausees liegen, wurden gewarnt.

Katastrophal entwickelte sich die Lage im Eifel-Zoo Lünebach. Dort wurde die gesamte Anlage von den Fluten des Bierbachs überschwemmt (siehe Bericht auf Seite 3). Jörg Schon von der Polizei Prüm bestätigte am Mittag gegenüber dem TV, dass der aus seinem Gehege entkommene Kragenbär von einem Jäger erlegt worden sei. In der Nähe des Zoos verursachte der Bierbach unter anderem einen Erdrutsch, an der Geländekante bildete sich ein Wasserfall.

In Mauel in der Verbandsgemeinde Arzfeld überschwemmte die Prüm den Campingplatz, 150 Menschen waren vom Wasser eingeschlossen. In Bleialf lag das gesamte Gelände um das Besucherbergwerk unter Wasser, darunter auch die Wigwamhütten im Ferienlager. „Stark betroffen sind die Wohngebäude des Ortsteils Hamburg. Da standen einige Erdgeschosse unter Wasser“, sagte Aloysius Söhngen, Bürgermeister der VG Prüm. Ein Mensch habe auch dort aus einem Haus gerettet werden müssen. Auch das Besucherbergwerk sei stark geschädigt.

Überschwemmungen gab es auch in zahlreichen anderen Orten, so stand Habscheid-Hollnich am Morgen ebenfalls unter Wasser. Dort konnten sich die Bürger aus einem komplett von Wasser umschlossenen Haus befreien. Zwischen vier und acht Uhr hatte Tobias Kickertz, der bei der Feuerwehr Prüm alles koordinierte, bereits 80 Einsätze gezählt, mehr als 200 Kräfte waren unterwegs, um den Bürgern zu helfen. In den Verbandsgemeinden Arzfeld und Prüm, sagte Karl-Heinz Rach, Chef der Straßenmeisterei Prüm, habe man am Morgen 14 Straßen sperren müssen.

Ebenso viele Feuerwehrleute wie in der VG Prüm waren zu Spitzenzeiten in der VG Südeifel unterwegs. Sie rückten nach Angaben von Joachim Hönel, Pressesprecher der Feuerwehr VG Südeifel, zu weit mehr als 100 Einsätzen aus.

Mehr Glück hatten die Menschen in der VG Speicher. Hier richteten die Regenfälle vergleichsweise wenig Schaden an. Die Feuerwehren eilten in 15 Orte, um vollgelaufene Keller von den Wassermassen zu befreien. „Dabei hat sich ein Feuerwehrmann leicht verletzt“, sagt Arnold Faber, der Speicherer Wehrleiter. Da die Lage am Vormittag ruhig gewesen sei, konnten einige Wehrleute aus Speicher in die umliegenden Verbandsgemeinden fahren, um dort Sandsäcke zu überschwemmten Ufern zu transportieren und ihre Kollegen zu unterstützen.

Am späten Nachmittag, als noch immer überall die Retter unterwegs waren, stand für Aloysius Söhngen fest: „So einen umfangreichen Einsatz hatten wir noch nicht.“ Wie hoch die Schäden sind – noch kann es niemand sagen. „Aber unsere Einsatzkräfte haben richtig gute Arbeit geleistet.“

Auch Landrat Joachim Streit ist mit der Leistung der Einsatzkräfte, die vom neuen Katastrophenschutzzentrum in Bitburg aus koordiniert wurden, zufrieden: „Wir hatten die Lage immer im Griff.“ Nun müsse man beobachten, ob es wieder regnet und die Flüsse weiter anschwellen.

Sicher ist bereits: Der Natupark-Wandertag am Sonntag fällt ins Wasser, da das Gebiet rund um den Biersdorfer See überschwemmt ist. Und auch die Einweihungsfeier anlässlich der Renaturierung des Kannenbachs in Biersdorf, die für Samstag angekündigt war, wurde abgesagt, ebenso die Rocknacht am Stausee, die am Samstagabend stattfinden sollte. Die Einsatzkräfte werden in den kommenden Tagen noch viel zu tun haben. Denn die Pegelstände von Nims, Prüm und Kyll  stiegen am Freitagabend weiter an. Daher wurden Sandsäcke aufgetürmt, die vor Überschwemmungen schützen sollen.

Quelle: www.volksfreund.de
Bild: www.blaulicht-trier.de